Bis 2027 müssen alle Gemeinden im Kanton Bern digital arbeiten – auch Burgergemeinden und Korporationen. Der Verband bernischer Burgergemeinden und burgerlicher Korporationen (VBBG) will seine Mitglieder nun dabei unterstützen.
Viele Verwaltungen arbeiten schon seit mehreren Jahren mit einem digitalen Geschäftsverwaltungsprogramm (GEVER), aber längst nicht alle. Nun verpflichtet der Kanton Bern alle Gemeinden, bis 2027 GEVER einzuführen. Betroffen davon sind nicht nur Einwohnergemeinden, sondern auch sämtliche Kirchgemeinden, Burgergemeinden, burgerlichen Korporationen und Schwellenkorporationen – insgesamt weit über 1000 Gemeindekörperschaften. So schreiben es das kantonale Gesetz über die digitale Verwaltung sowie die dazugehörige Verordnung vor.
Der Verband bernischer Burgergemeinden und burgerlicher Korporationen (VBBG) will seine Mitglieder dabei unterstützten. Der Verband vertritt die Interessen von rund 250 Burgergemeinden und burgerlichen Korporationen im Kanton Bern. Er präsentiert nun eine massgeschneiderte GEVER-Lösung für Burgergemeinden und Korporationen. Kürzlich hat der VBBG seine Mitglieder an seinen Regionalversammlungen in Steffisburg, Kirchberg und Tavannes darüber informiert.
Politischer Einsatz blieb erfolglos
Der Verband bernischer Burgergemeinden und burgerlicher Korporationen (VBBG) hatte sich in den vergangenen Jahren gegen eine flächendeckende GEVER-Pflicht gewehrt. Aus seiner Sicht ist fraglich, ob eine digitale Geschäftsverwaltung (GEVER) für alle Gemeindekörperschaften – unabhängig von ihrer Grösse und Struktur – sinnvoll und verhältnismässig ist. Trotz des politischen Einsatzes blieb dieses Begehren erfolglos.
Da die GEVER-Pflicht nun definitiv ist, richtet der VBBG nun seinen Blick nach vorne. «Nun müssen wir vorwärtsschauen», sagt VBBG-Präsident und SP-Kantonsrat Reto Müller. «Der VBBG wird die digitale Zukunft der Burgergemeinden und burgerlichen Korporationen aktiv mitgestalten.»
Finanzielle und personelle Hürde für viele Körperschaften
Gerade kleinere Burgergemeinden und Korporationen stehen vor grossen Herausforderungen. Viele verfügen über knappe Ressourcen und ehrenamtliche Strukturen – eine professionelle digitale Geschäftsverwaltung ist für sie kaum allein zu stemmen. Der VBBG bietet daher seinen Mitgliedern jetzt eine webbasierte GEVER-Lösung im Mandantenverbund an. Ein solcher Mandantenverbund bedeutet, dass mehrere Gemeinden dieselbe technische Plattform gemeinsam nutzen, ihre Daten aber vollständig getrennt bleiben. Die Infrastruktur, Wartung und Weiterentwicklung erfolgen zentral, was die Kosten erheblich senkt. Gleichzeitig bleibt jede Körperschaft eigenständig und kann das System an ihre Bedürfnisse anpassen.
Diese gemeinsame Lösung bietet mehrere Vorteile:
Kosteneffizienz: Betrieb und Lizenzen werden günstiger, je mehr Burgergemeinden und burgerliche Korporationen mitmachen.
Einfacher Einstieg: Auch Burgergemeinden oder burgerliche Korporationen ohne eigene IT-Fachkenntnisse können GEVER nutzen.
Professionelle Betreuung: Support, Schulungen und Betrieb erfolgen über den VBBG.
Hohe Sicherheit: Einheitliche Standards sorgen für Datenschutz und Nachvollziehbarkeit.
Projekt startet Anfang Jahr
Gemeinsam mit der Partnerfirma Fabasoft Schweiz AG und unterstützt durch die Burgergemeinde Bern baut der VBBG derzeit ein umfassendes Dienstleistungspaket auf. Geplant ist ein modulares Sorglospaket, integriert in ein Dienstleistungszentrum des Verbandes. Bereits Anfang des kommenden Jahres startet der Verbund mit ersten Pilotgemeinden. Die Preisgestaltung folgt einem Solidaritätsprinzip: Je mehr Burgergemeinden und Korporationen mitmachen, desto günstiger wird das System für alle.