Verena Aebischer ist neue VBBG-Präsidentin

Weil Präsident Reto Müller bald im Regierungsrat sitzt, benötigt der Verband bernischer Burgergemeinden und burgerlicher Korporationen (VBBG) ein neues Präsidium. Am Samstag ernannten die Delegierten in Niederbipp Grossrätin Verena Aebischer zur Präsidentin. Anna de Quervain, Urs Kreuz und Anton Lanz wurden ebenfalls neu in den Vorstand gewählt.

 

Am vergangenen Samstag, 2. Mai 2026, fand in Niederbipp die diesjährige Hauptversammlung des Verbands bernischer Burgergemeinden und burgerlicher Korporationen (VBBG) statt. Für Reto Müller war es der letzte Auftritt als VBBG-Präsident. Der Langenthaler SP-Politiker wurde bekanntlich im März in den Berner Regierungsrat gewählt.

Stattdessen wählten die rund 180 Delegierten aus dem ganzen Kanton Verena Aebischer zur neuen Präsidentin. Die SVP-Politikerin aus Guggisberg sitzt seit 2016 im Grossen Rat arbeitet im Kanton Freiburg als Gemeindeschreiberin. Daneben engagiert sich die Guggisberger Burgerin unter anderem als Sekretärin im Landwirtschaftlichen Verein Gantrisch und als Vizepräsidentin der IG Ländlicher Raum.

Bruno Gygax, Fritz Nikles und Christoph Bürgi treten ab

Neu in den Vorstand gewählt wurden auch die Grüne-Grossrätin Anna de Quervain (Zunftgesellschaft zu Metzgern, Bern), Urs Kreuz (Burgergemeinde Kappelen) und Anton Lanz (Burgergemeinde Huttwil). Sie folgen auf die drei Abtretenden: Vizepräsident Bruno Gygax (im Vorstand seit 2015, Burgergemeinde Seeberg), Christoph Bürgi (seit 2021, Burgergemeinde Burgdorf) und Fritz Nikles (seit 2014, Burgergemeinde Worben).

Wiedergewählt wurden zudem folgende bisherigen Vorstandsmitglieder: Henriette von Wattenwyl (Burgergemeinde Bern, seit 2020), Peter Michel (Burgergemeinde Bönigen, seit 2009), Silvia Barben-Siegfrid (seit 2014), Michael Lüthi (Burgergemeinde Thun, seit 2019), Silvia Thöni-Fischer (Burgergemeinde Brienz, seit 2015), Richard Paroz (Commune bourgeoise de Saicourt, seit 2024), Andreas Sutter (Burgergemeinde Biel, seit 2013) und René Eicher (Commune bourgeoise de Tavannes, seit 2023).

Verband lanciert eigene GEVER-Lösung

Das vergangene Verbandsjahr war geprägt durch das GEVER-Projekt des VBBG, wie Präsident Reto Müller ausführte. Bekanntlich müssen bis am 1. März 2027 alle Gemeinden im Kanton Bern digital arbeiten – auch Burgergemeinden, burgerliche Korporationen und Gemeindeverbände. Bis dahin sind alle Gemeindekörperschaften verpflichtet, ein so genanntes GEVER (digitales Geschäftsverwaltungsprogramm) einzuführen. Da dies für viele Gemeindekörperschaften finanziell und personell kaum stemmbar ist, hat der VBBG 2025 gemeinsam mit der Burgergemeinde Bern eine webbasierte GEVER-Lösung im Mandantenverbund lanciert. Inzwischen beteiligen sich rund 165 burgerliche Körperschaften an diesem Projekt, rund 20 Burgergemeinden arbeiten inzwischen sogar bereits mit der GEVER-Lösung des VBBG. Wie Reto Müller an der Hauptversammlung ausführte, arbeitet der VBBG mit Hochdruck an der Umsetzung des Projekts - 

Überdies hiessen die Anwesenden am Samstag die vorgeschlagene Statutenrevision gut. Die Statuten wurden letztmals 2014 komplett überarbeitet, 2021 folgten kleinere Anpassungen. Nun drängten sich aber etliche Präzisierungen auf sowie Anpassungen an die heutige Praxis.

Funktioniert kollektives Eigentum überhaupt?

Im Anschluss an die Versammlung referierte Elias Bricker (Geschäftsführer des Verbands Schweizerischer Bürgergemeinden und Korporationen SVBK) darüber, wie Burgergemeinden und Korporationen in der Schweiz mit dem Thema Boden umgehen. Er ging dabei unter anderem darauf ein, dass Burgergemeinden in der Regel kein Boden verkaufen, sondern diesen nur im Baurecht abgeben – unter anderem auch, um bezahlbarer Wohnraum zu ermöglichen und Bodenspekulationen zu verhindern. Zudem ging er der Frage nach, ob kollektives Grundeigentum überhaupt funktionieren könne. Er zeigte dabei historische Entwicklungen der Allmenden in der Schweiz auf. Nach dem Mittagessen hatten die Versammlungsteilnehmenden zudem die Möglichkeit, den Betrieb respektive die Gewächshäuser der Bösiger Gemüsekulturen AG zu besichtigen.

Die Burgergemeinde Niederbipp war für die Organisation der diesjährigen Hauptversammlung zuständig, der Gemischte Chor Niederbipp für die musikalische Umrahmung.

top